F¨ße

Versorgung optimieren – Amputationen vermeiden

Diabetiker müssen nicht nur mit den täglichen Einschränkungen, die ihre Krankheit mitbringt umgehen können, häufig sind sie bei längerer Krankheitsdauer und ungenauer Blutzuckereinstellung von schweren Folgeschäden betroffen. Beispielsweise kann es zu Nervenschäden der die Füße versorgenden Nerven kommen, was zu Schmerzen bis hin zur Gefühllosigkeit der betreffenden Körperteile führen kann. Menschen, die diese Probleme nicht haben, können sich die Besonderheit solcher Wunden nur schwer vorstellen, geschweige denn sie nachvollziehen. Ein bekannter Dortmunder Diabetologe, Dr. Risse, spricht hierbei sehr treffend vom „Leibesinselverlust“ – der Patient verspürt keinen Zusammenhang mehr mit Teilen seines Körpers, was schließlich zur Vernachlässigung der betreffenden Areale führt, selbst wenn sie verwundet sind. Betroffene sehen dies als lästige Veränderung, die von selbst gekommen ist und auch selbstständig verschwinden sollte. Das Verständnis für die körperfernen verwundeten Areale fehlt. Leider fehlt es auch manchen Behandlern.

Selbst als Arzt, der mit den Füßen neuropathischer Patienten regelmässig umgeht, muss man sich täglich vergegenwärtigen, dass der Patient an den betroffenen Stellen nichts spürt – keine Wärme oder Kälte, keine fehlende oder abgeschwächte Durchblutung, keinen Schmerz, auch keinen zu eng sitzenden Schuh, und erst recht keinen Entzündungsschmerz, den jeder kennt, der sich beispielsweise einmal mit dem Messer geschnitten hat.

Instinktiv impliziert man dem Patienten eine Schmerzwahrnehmung, auch wenn sie noch so gering sein möge. Dass der Patient wirklich GAR NICHTS verspürt, ist schwer vorstellbar – und doch ist genau das der Schlüssel zur adäquaten Behandlung von Menschen mit neuropathischen Wunden.

Gespür in der Behandlung von neuropathischen Wunden durch erfahrene Behandler/Innen

Nur Behanderl/innen, die tagtäglich mit der Symptomatik umgehen haben das Gespür und die Erfahrung und nur dort sind Patienten mit diesen Wunden gut aufgehoben. Das zeigt sich in Netzen wie dem schon länger existierenden Fußnetz Köln, wo dank Beteiligung vieler Therapeuten und Kassen die Amputationszahlen durch die Netzstruktur auf 1/7 des Bundesdurchschnittesgesenkt werden konnten.

Darum bilden engagierte Therapeutinnen/-peuten nun in ganz Deutschland Fußnetze, wie in Rheine, München, Lepizig oder Bayern. Einige Krankenkassen haben auch schon den Nutzen, den sie für ihre Versicherten und für sich daraus ziehen können, erkannt und bei Modellen der integrierten Versorgung mitgewirkt, wie z.B. die KKH-Allianz in München, während große Gesundheitskassen der Meinung sind, die Versorgung von Menschen mit Diabetischem Fußsyndrom sei im DMP hinreichend abgebildet.

Dort ist allerdings der Diagnoserhythmus festgelegt, wenn er denn eingehalten wird.

Zur erfolgreichen Therapie und Verringerung der Amputationsrate (2004: 62.500 Amputationen wegen Diabetes) ist aber die Vernetzung aller zur Versorgung von Menschen mit Diabetischem Fußsyndrom erforderlichen und der Einsatz und die Vernetzung erfahrener Behandler notwendig. Dies führt weit über ein DMP hinaus, wie auch unser Schaubild zeigt: Nutzen Sie als Betroffener oder Verwandter/ Freund einer/eines Betroffenen unbedingt die Netzstrukturen und treten Sie in Kontakt mit kompetenten Behandlern und Versorgern in Ihrer Region, um Folgeschäden zu reduzieren. So können Sie auch den Nutzen den Krankenkassen darlegen, die trotz einer separaten Versorgungsprämie an das Netz für weniger Geld ihre Versicherten qualitativ hochwertiger versorgt bekommen.


Dr. Arthur Grünerbel

Vorstand Fußnetz Bayern

Fußnetz Bayern

Dachorganisation zur interdisziplinären Versorgung diabetischer Füße


089 – 66 06 78 79


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Mo und Mi 12 - 14 Uhr

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