Alle 19 Minuten findet in Deutschland eine Amputation wegen Diabetes mellitus statt.
- Wann bin ich gefährdet, einen „Diabetischen Fuß“ zu bekommen?
Hier spielen 3 Dinge eine wichtige Rolle:
1. schlechte Blutzuckereinstellung (Hba1c >7.0% über mehr als 2 Quartale)
2. diabetische Nephropathie (s.u.)
3. Durchblutungsstörung (s.u.) - Was muß ich machen, wenn ich eine Fußwunde habe?
Liegt bei Ihnen eine Fußwunde vor? Wenn Ja, dann wenden Sie sich bitte sofort (!) an einen kompetenten Arzt. Wenn Sie Diabetiker/in sind, wird Ihnen ein Diabetologe DDG in Ihrer Nähe weiterhelfen oder Ihnen zumindest eine Adresse nennen können. Eine Liste der Arbeitsgemeinschaft der Diabetesgesellschaft führt Fußambulanzen auf, die dort Mitglieder sind. Eine nicht ganz vollständige deutschlandweite Liste von Diabetologen und Schwerkunktpraxen führt Diabsite (5 Diabetikerinnen aus Berlin machen diese Seite). - Kann ich Sandalen tragen, wenn ich an der Fussunterseite eine Wunde habe?
Leider nein. Wunden an der Fussohle verheilen insbesodere bei Diabetikern nur bei vollständiger Entlastung. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, ob Sie zu den Krücken auch noch einen sogenannten Vorfußentlastungsschuh bekommen können. - Wie stelle ich fest, ob ich einen Nervenschaden habe?
Dies kann mit einer einfachen Untersuchung festgestellt werden, die der Arzt durchführt. Die Untersuchung soll einmal pro Jahr durchgeführt werden und wird im Gesundheitspass Diabetes vermerkt. Dort können Sie das Ergebnis nachlesen. Es kommen dabei üblicherweise Stimmgabel, Monofilament und ein Kalt/Warm-Tester zum Einsatz. Haben Sie beim Stimmgabeltest 4/8 oder weniger verspürt, dann liegt eine Nervenschädigung vor. Werte von 5/8 oder 6/8 können je nach Alter und Ort des Aufsetzens der Stimmgabel auch krankhaft sein. Dies kann Ihnen Ihr Arzt sagen.
Eine Nervenschädigung liegt auch vor, wenn Sie den Faden des sogenannten Monofilaments an auch nur einer Stelle des Fußes nicht sicher spüren oder wenn Sie warm und kalt nicht sicher unterscheiden können. Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie Ihren Arzt. - Wie stelle ich fest, ob eine Durchblutungsstörung vorliegt?
Befühlen Sie Ihre Füße mit den Händen und betrachten Sie sie. Sind sie rosig und warm? Konnte der Arzt bei der letzten Untersuchung Fußpulse tasten (im Gesundheitspass vermerkt)? Wenn Sie alle Fragen bejahen konnten, dann liegt anscheinend keine entscheidende Durchblutungsstörung vor. Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie Ihren Arzt.